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Lißner engineers & architects

Einweihung des Schlachthofes in Ettelbruck (Luxemburg)

14. Sep 2012
Ettelbruck

Zwischen Weide und Teller

Neue Installationen unterstreichen Wertlegung auf stressfreie Viehschlachtung und höchste Fleischqualität

Dass zwischen dem Rind auf der Weide und dem Steak auf dem Teller die Tierschlachtung steht, mag in der heutigen Gesellschaft, der die Wurzeln zur Praxis der landwirtschaftlichen Viehhaltung doch nicht mehr ganz so nah sind, oftmals verdrängt werden. Nichtsdestotrotz ist der Schlachthof ein bedeutender Bestandteil der Lebensmittelproduktionskette. Mit dem traditions-reichen „Abattoir Ettelbruck“ feierte gestern eines der Glieder dieser Kette den erfolgreichen Abschluss seiner Ausbau- und Modernisierungsarbeiten. Deren Ziel: Den höchsten Standards von Tierwohl, Fleischqualität und Transparenz optimal genügen.

Dass zwischen dem Rind auf der Weide und dem Steak auf dem Teller die Tierschlachtung steht, mag in der heutigen Gesellschaft, der die Wurzeln zur Praxis der landwirtschaftlichen Viehhaltung doch nicht mehr ganz so nah sind, oftmals verdrängt werden. Nichtsdestotrotz ist der Schlachthof ein bedeutender Bestandteil der Lebensmittelproduktionskette. Mit dem traditions-reichen „Abattoir Ettelbruck“ feierte gestern eines der Glieder dieser Kette den erfolgreichen Abschluss seiner Ausbau- und Modernisierungsarbeiten. Deren Ziel: Den höchsten Standards von Tierwohl, Fleischqualität und Transparenz optimal genügen.

 Rund 3000 Schweine und 600 Stück Vieh pro Woche können auf nunmehr 10.850 Quadratmetern Arbeitsfläche im Ettelbrücker Schlachthof geschlachtet und zerteilt werden. 60 Mitarbeiter in fünf Mannschaften zerlegen und verpacken das Fleisch rund um die Uhr, wobei jeden Tag rund 3000 Wannen, 100 Paletten und 1500 Fleischerhaken gespült, desinfiziert, getrocknet und transportiert werden müssen.

 

„Arbeitsbedingungen des Personals verbessert“

Zwölf Kühllaster liefern abschließend das fertige Schweinefleisch der „Marque nationale“, das „Rëndfleesch vum Produit du teroir“ und seit jüngstem auch das „Cactus Fleesch vum Lëtzebuerger Bauer“ alltäglich zu den Kunden im Umkreis von 100 Kilometern – auch in der Großregion, in der man den Umsatz künftig gezielter ausbauen will. Eine beachtliche Bilanz, die sich dennoch an den höchsten Standards von Tierwohl, Fleischqualität und Transparenz messen lassen kann, wie „Abattoir“-Direktor Claude Graff

gestern im Rahmen der Einweihungsfeier der neuen Anlagen des Schlachthofes betonte.

Dank des neuen, modernen Stalls samt performanter Belüftung, Musik und optimaler Abladekais könne jeglicher Stress für die angelieferten Tiere vermieden werden, was nicht nur im Sinne des Tierschutzes, sondern auch der Fleischqualität sei. Auch die Schweineschlacht-linie sei an die neusten Normen angepasst worden. Drei große Kühlräume, zwei topmoderne Zerlegungsanlagen und ein Verpackungsraum für Rind- und Schweinefleisch, der mit einem einzigartigen Konzept die Nachverfolgbar-keit der Produktkette garantiere, ergänzten die neuen Einrichtungen. Wobei die Automatisierung vieler Arbeitsbereiche auch die körperlichen Belastungen für das Personal senke, so Claude Graff.

Rund 19 Millionen Euro wurden in den vergangenen beiden Jahren in diese Neuerungen gesteckt. Investitionen, die nur Dank einer Kapitalerhöhung durch die Aktionäre (der Großteil aus der Luxemburger Fleischbranche) und der Unterstützung durch das Agrarministerium und EU-Fördermittel möglich gewesen sei, so Graff, der denn auch gemeinsam mit Verwaltungspräsident Marc Mathieu allen beteiligten Partnern für ihren Einsatz und ihre vorbildliche Zusammenarbeit dankte.

„Mir sinn och hau a muer stolz op den Titel Bauerestad“, unterstrich anschließend der Ettelbrücker Bürgermeister Jean-Paul Schaaf, der alsdann an die Anfänge des Schlachthofs erinnerte, dessen erste Unterkunft 1910 „am Läerchen“ eröffnet wurde. 1962 war dieses erste kommunale Schlachthaus dann von der „Coopèrative des Patron-Bouchers du Nord“ übernommen worden, welches dieses bis heute und seit 1990 in den neuen Anlagen der „Abattoir Ettelbruck S.A.“ in der Industriezone führt. Der jetzige Ausbau und die 140-köpfige Belegschaft stellten aber auch eine Festigung des Wirtschaftsstandorts Ettelbrück dar, so Jean-Paul Schaaf.

 

Unabhängigkeit der Lebensmittelproduktion wahren

 Agrarminister Romain Schneider dankte den Verant-wortlichen des Ettelbrücker Schlachthofs derweil vor allem für ihren Mut und ihre Weitsicht beim Ausbau, stellte dieser schließlich auch eine Investition in die Zukunft der Luxemburger Landwirtschaft dar. Eine hoch-wertige Fleischproduktion und –verarbeitung im Lande zu halten, sei ein wichtiges Element der Unabhängigkeit des nationalen Agrarsektors bzw. der Schaffung einer nationalen Identität der Luxemburger Lebensmittelpro-duktion, die für Nachhaltigkeit, Transparenz und Qualität stehe.

Text und Foto von John Lamberty erschienen am 15. September 2012 im „Luxemburger Wort“

 

 

 

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